Montag, 12. August 2013

Review: Neon Genesis Evangelion


DER Animeklassiker schlechthin, den jeder Animefan wenigstens einmal gesehen haben muss!
Das war einer der Gründe weswegen ich nun endlich den Anime auch mal angefangen hatte, aber der ursprüngliche Grund dafür war ein momentaner Kinofilm namens "Pacific Rim", den ich animationstechnisch richtig genial fand, der aber leider hinsichtlich Story und Charaktere deutliche Mängel aufwies. Aber  ich mir den Film angeschaut, weil dieser bei mir Erinnerungen bezüglich NGE geweckt hat. Nachdem ich also den Film gesehen hatte, hatte ich einfach unglaublich Lust auf NGE und ich bereue es kein Stück, dass ich diesen Anime beendet habe!


Allgemeine Informationen:
Episoden: 26
Ausstrahlungszeit: 1995-1996
Genres: Action, Drama, Mecha, Sci-Fi, Psychological
Dauer pro Episode: 24 Minuten

Inhaltszusammenfassung:
Im Jahre 2015 tauchen gewaltige Monster, die Engel, ein zweites Mal in Tokio auf. Die einzige Hoffnung der Menschheit liegt in den Händen der Evangelions, humanoide Maschinen, welche von NERV, einer Spezialeinheit entwickelt wurden sind. Gesteuert werden diese monströsen Maschinen von wenigen Teenagern im Alter von 14 Jahren, welche die einzigen Personen sind, die mit den EVAs kompatibel sind. Einer dieser Teenager ist Shinji Ikari, dessen Vater das NERV-Team, welches die EVAs geschaffen hat, leitet. Innerlich zerissen versuchen Shinji und die anderen Piloten den Kampf zwischen Leben und Tod für sich zu gewinnen, um die Menscheit vor einer Katastrophe zu bewahren ...



Meine Meinung:
Story: 
Zu der Geschichte an sich möchte ich gar nicht zu viele Fakten fallen lassen, die eventuell zu viele Spoiler enthalten könnten. Zumal ich viele Dinge nicht beim ersten Mal Schauen verstanden habe, weswegen ich mich wohl in nächster Zeit noch einmal genauer mit dem Evangelion-Universum beschäftigen möchte. Nachdem ich den Anime zu Ende geschaut habe, blieben ziemlich viele Fragen noch offen, die eventuell teilweise in den älteren Filmen geklärt werden. Besonders befriedigend empfand ich das Ende des Animes nämlich nicht, da die letzten zwei Episoden eigentlich nicht viel zur Handlung beigetragen haben, wenn ich mich da recht entsinne.
Für mich wirken die zwei letzten Episoden wie Verhöre der einzelnen Figuren, bei denen besonders persönliche Fragen gestellt werden. Die Figuren werden mit ihren Ängsten, ihren Problemen, ihrer Vergangenheit, ihrer Identität, Sehnsüchte und Motivationen konfrontiert; wobei die jeweilige Perspektive gewechselt wird, auch mehrere Figuren zu Wort kommen. Im Mittelpunkt steht dabei Shinji, der am Ende dieses kleinen Gedankenexperiments zu der Erkenntnis gelangt, dass er es verdient hat zu leben und sich selbst akzeptieren sollte. Hier kommt es also sozusagen zu Shinji´s Höhepunkt hinsichtlich seiner Charakterentwicklung und trotzdem muss ich ehrlich zugeben, habe ich das Ende an sich nicht wirklich verstanden. Vielleicht bin ich teilweise zu blöd, um auf eigene Antworten zu kommen, aber ich habe recherchiert und als mögliche Erklärung erfahren, dass diese zwei Episoden wohl den Vollendungprozess der Menschheit meinen, welche von SEELE angestrebt und nach Besiegen der Engel umgesetzt wurde. Doch bleibt die Frage offen, inwiefern die Menschheit zu einer höheren Existenz aufsteigen konnte und wie die Zukunft dann aussehen wird. 




Aber zurück zur eigentlichen Handlung. An sich kenne ich ähnliche Untergangsszenarien aus anderen Werken (Film und Anime), aber ich weiß ja nicht wie es zu der damaligen Zeit hinsichtlich dieses Themas aussah. Ich muss bemerken, dass mir die Idee mit den Riesenrobotern und den Engeln, welche mehr wie außergewöhnliche, vielseitige Monster aussehen, recht gut gefallen hat. So wurden aber neben dieser, sagen wir mal "Hauptstory", noch kleinere Handlungsstränge parallel eingebaut, u. a. die geheimen Machenschaften hinter der Bühne, in welche SEELE und Gendo Ikari mit eingebunden waren, die jeweiligen Interaktionen alltäglicher Art oder gewisse Rückblenden bezüglich der Vergangenheit oder das bloße Darstellen von Gedanken bestimmter Figuren. Somit gab es auch eine gewisse Abwechslung hinsichtlich der jeweiligen Erzählperspektive, was das Ganze noch einmal aufgepeppt hat.
Wie man also bereits sich vorstellen kann, zeichnet sich die Serie nicht nur durch Dauer-Action und extremer Spannung aus, es wird im Anime besonders in die Psyche der Charaktere geschaut, man beschäftigt sich mit deren Persönlichkeit, Vergangenheit, Gedanken und Gefühlen, weswegen hier also die psychologische Komponente sehr bedeutsam ist. 
Der Wechsel zwischen action-geladenen Szenen und etwas ruhigeren nachdenklich-machenden Szenen wurde gut umgesetzt und hat auch für Abwechslung gesorgt, sodass der Zuschauer nicht endlos vor Spannung zittern musste.




Aber auch philosophische Betrachtungen, welche sich mit Fragen wie "Wer bin ich?" "Was ist der Sinn des Lebens?", beschäftigen, können hier entdeckt werden. Sicherlich findet sich in dem Zusammenhang auch ein stark religiös-angehauchter Aspekt, besonders wenn man sich die Engel anschaut, die Entstehung des "Second Impacts", Adam und Lilith usw.. Ich habe mich da leider noch nicht intensiv mit den ganzen Hintergrundwissen auseinandergesetzt, da ich auch erst gestern den Anime beendet habe und erst mal alles reflektieren wollte und daher nun ein Review schreiben wollte. Eventuell kommt später vielleicht noch etwas mehr, mal sehen. Ich finde daher schon, dass Evangelion zu den anspruchsvolleren Animes gehört, welche durch aus das Potential haben, zum Nachdenken anzuregen. So kann man z.B. über die Herkunft der Engel spekulieren sowie ihre Funktion und Bedeutung. Es zeigt sich, dass mehr hinter der Handlung steckt, als man vordergründig vielleicht erkennen kann. Da steckt noch so viel mehr dahinter: Die Welt von Evangelion ist durchaus sehr komplex gemacht und bietet dementsprechend auch viel Freiraum für eigene Interpretationen und Spekulationen. Dies war wohl auch die Absicht von Hideaki Anno, dem Mastermind hinter dieser Anime-Serie.
Dieses Zitat kann die vorangestellte Behauptung ziemlich gut beweisen und hat mich irgendwie auch sehr fasziniert:
„Evangelion ist wie ein Puzzle. Jeder kann es sich anschauen und seine eigenen Antworten suchen. Mit anderen Worten, wir erlauben den Zuschauern, selbst zu denken, so dass jeder seine ganz eigene Welt kreieren kann. Wir werden niemals selbst alle Antworten geben, nicht einmal in den Kinofilmen. Viele Evangelion-Fans hoffen darauf, dass wir ihnen eine Art „Alles über EVA“-Nachschlagewerk in die Hand drücken – aber ein solches gibt es nicht. Erwartet nicht, dass andere euch die Antworten auf eure Fragen geben, dass euch alles vorgesetzt wird. Wir alle müssen unsere eigenen Antworten finden.“
Demnach wird es wohl nie eine eindeutige und perfekte Interpretation des Animes geben, jeder kann seiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen und sich selbst seine Antworten zurecht bauen.


Charaktere:
Das besondere Highlight von Evangelion ist nicht direkt die Story (die aber nicht minder zu überzeugen weiß), sondern die Figuren an sich. Äußerlich mögen diese vielleicht nicht besonders wirken, aber das liegt dann eher daran, weil sich hinter ihren Masken noch viel mehr verbirgt. Und während der gesamten Handlung hinweg, bekommt der Zuschauer immer wieder Einblick in die Seele der Figuren, die teils zwiespältig und doch tiefgründig gestaltet ist. Man erkennt, dass jede Figur irgendwie innerlich zerbrochen ist. aufgrund ihrer inneren Probleme und Ängste, mit denen sie sich stets konfrontiert sehen. 




Beginnen wir also zunächst einmal mit dem Protagonisten namens Shinji Ikari. Dieser ist ein 14-jähriger sehr schüchterner, introvertierter Junge, mit einigen inneren Konflikten. Als er noch ein Kind war, ist seine Mutter gestorben, woraufhin sich sein Vater enorm verändert hat. Dieser hat jeglichen Kontakt zu Mitmenschen unterbunden, ebenso auch zu seinem eigenen Sohn Shinji, der sein ganzes Leben darunter litt. Er wurde einfach so im Stich gelassen ohne wirklichen Grund; selbstverständlich hat das bei ihm tiefe, innerliche Wunden hinterlassen. Ständig hat er seitdem das Gefühl nutzlos zu sein, von allen gehasst zu werden, weswegen er sich stets auch selbst isoliert, um nicht verletzt zu werden. In einer der ersten Episoden wurde Shinjis Verhalten bereits etwas genauer erläutert. Dieser sehnt sich zwar nach Anerkennung, Liebe und Zuneigung durch seine Mitmenschen, aber seine Angst, wieder verletzt zu werden, wenn er sich öffnet, ist einfach zu groß. Daher hat er im Alltag immer wieder Probleme in Gegenwart anderer auf zu tauen, bleibt stets verschlossen, entschuldigt sich ständig und möchte am liebsten allein sein. Der Umgang mit anderen fällt ihn sichtlich schwer, da er sonst immer der Einzelgänger war und auch innerlich ist er sehr zerrissen. Als er dann gewissermaßen dazu genötigt wird, ein EVA zu steuern, sieht er später darin auch die Möglichkeit, nun endlich von Nutzen zu sein und dadurch Anerkennung von anderen, aber besonders von seinem Vater, zu erhalten. Schlussendlich definiert er also sein Selbstwertgefühl nur aus seinem Nutzen heraus. In vielerlei Hinsicht scheint er dann doch ab und zu mal ein ganz normaler Jugendlicher zu sein, der in der Pubertät steckt. So fühlt er sich öfters peinlich berührt, wenn Asuka etwas freizügigere Blicke gewähren lässt oder er lässt sich doch auch gern durch äußere Reize stimulieren. *lach* (das klingt jetzt irgendwie etwas falsch, aber sei es drum.)

Mit fortschreitender Handlung beginnt aber auch eine Charakterentwicklung von Shinji, nämlich insofern, dass dieser immer selbstbewusster im Kämpfen aber auch im sozialem Umgang wird. 
Das merkt man sicherlich erstmal daran, dass er sich viel offener beispielsweise gegenüber Misato, seiner Ersatzmutter wie mir scheint, zeigt. War er anfangs noch extrem schüchtern und reserviert, beginnt er nun öfter ihr seine wahren Gedanken und Gefühle zu offenbaren und scheint auch keine Probleme zu haben, sie etwas zu ärgern oder negative Sachen anzumerken. Woran eine gewisse Auffälligkeit bezüglich Charakterentwicklung ebenso deutlich wird, ist in der Interaktion mit Asuka. Diese scheint regelrecht Streit mit Shinji zu provozieren, der aber nicht alles so hinnimmt (meist), sondern auch mal dagegen argumentiert. Außerdem freundet er sich noch mit zwei weiteren Klassenkameraden an, was ja auch ein Indiz für zunehmende Offenheit ist.
Am Ende der Anime-Serie kommt es dann wohl zu einer Versöhnung von Shinji mit seinem Schicksal und seiner Persönlichkeit, die er nun endgültig akzeptieren kann. Wie man sicherlich merkt, habe ich besondere Sympathie für Shinji, auch wenn er desöfteren vor Unsicherheit und fehlendem Selbstbewusstsein strotzt, aber vielleicht auch daher, weil ich gewisse Parallelen zwischen ihm und mir sehe.




Rei mag wohl eine der Vorreiterinnen des Charaktertyps "Dandere" sein, da sie sogar noch verschlossener als Shinji ist. Im Gegensatz zu ihm zeigt sie allerdings so gut wie gar keine Emotionen, ihre Gesichtszüge sind wie erstarrt, man kann sie nie wirklich durchschauen. Auch ihre Stimme ist sehr ruhig und klingt teilweise etwas monoton und roboterhaft. All dies ist wohl ein Indiz dafür, dass sie wohl nicht ganz menschlich ist. (Siehe Aspekt mit den Klonen usw.) Aber auch wenn sie nach außen sehr emotionslos wirkt, bedeutet das nicht, dass sie absolut gar keine Gefühle hat oder sich Gedanken macht. Ab und zu sieht man bei ihr im Anime, wie sie bei bestimmten Bemerkungen von Shinji errötet, vielleicht ein Anzeichen dafür, dass sie eine bestimmte Sympathie für ihn empfindet, also dann nicht ganz eiskalt ist. Oder es wurde in einer Episode über die eigene Existenz philosophiert aus der Perspektive von Rei, wo ich mir dachte; dass sie wohl zu den nachdenklichen Menschen gehört, welche ihre Gedanken doch lieber nur für sich behalten. Einzig und allein im Umgang mit Shinji´s Vater scheint sie wie ausgewechselt, spricht auf einmal mehr und zeigt auch Emotionen wie Freude usw. Auch sie hat einige Geheimnisse, die niemand von ihr erfahren soll, am Ende dann doch gelüftet werden.



Asuka würde man wohl auf den ersten Blick als typische Tsundere bezeichnen, mit ihrer temperamentvollen Mentalität, ihren sturköpfigen Haltung und ihren ewigen Zickereien, die besonders Shinji als Ziel haben. Sie scheint regelrecht Spaß daran zu haben, ständig Streitereien anzuzetteln, besonders wenn es darum geht, wer denn nun der Bessere ist. Hier zeigt sich nämlich, dass das ihre wunde Stelle ist, bei der sie sensibel sein kann. Denn tief in ihrem Innern hat auch sie einiges zu verbergen, nach dem Motto "Harte Schale - weicher Kern". So hat sie ebenso eine traurige Vergangenheit wie Shinji, da ihre Mutter aufgrund eines Experiments wohl ihre Seele verloren hat und damit auch dem Wahnsinn verfallen ist. Folge war dann, dass sie Asuka nicht mehr als ihre Tochter ansah, sondern stattdessen eine Puppe für ihr leibliches Kind hielt und schlussendlich Selbstmord beging. Seit diesen traumatischen Erlebnisse hat sich Asuka geschworen, nie wieder Schwäche, besonders Tränen, zu zeigen und in allem die Beste zu werden, als Kompensation für ihr geringes Selbstwertgefühl. Somit hat sie also einen Schlussstrich gezogen und ihre Vergangenheit hinter sich gelassen. So hat sie bereits in ihrem jungen Alter einen Hochschulabschluss und weist einen überdurchschnittlich hohen IQ auf. Dass sie auch eine EVA-Pilotin geworden ist, stärkt natürlich auch ihr Selbstbewusstsein, weswegen sie natürlich auch stets beweisen muss, wie gut sie ist. Ähnlich wie Shinji schöpft sie ja auch aus dieser Tätigkeit ihr Selbstbewusstsein, doch im Gegensatz zu ihm, muss sie sich ständig mit anderen messen und geht daran natürlich zunehmend zugrunde. Daher wird ihr zickiges Verhalten vor allem durch Eifersucht, Neid und Angst vor Versagen geprägt. 




Misato ist eine Offizierin bei NERV und gleichzeitig Vormund von Shinji sowie Asuka. Sie mag zwar im Kampf gegen die Engel sehr selbstbewusst, konsequent und verantwortungsbewusst sein, doch wird sie des öfteren von ihren eigenen Gefühlen überrumpelt. So hat auch sie einige innere Kämpfe, mit denen sie fertig werden muss. Misato war Zeuge sowie Opfer des "Second Impacts", welches sie schwer traumatisiert überleben konnte aufgrund ihres Vaters, der sich für sie geopfert hat. Davor hat sie ihren Vater wohl regelrecht gehasst, da dieser sich seiner Arbeit als Wissenschaftler hingab und dadurch die Familie stark vernachlässigte. Doch nach diesem Ereignis ist sie im inneren Zwiespalt, ob sie ihren Vater nun hassen oder doch lieben soll. Nachdem sie diese Katastrophe überstanden hat, blieb sie für einige Zeit stumm, bis sie sich wirklich erholte und ein neues Leben begann. In ihrem neuen Lebensabschnitt lernte sie auch Ritsuko kennen und beide wurden Freundinnen. Während ihrer Studienzeit lernte sie auch Kaji kennen und lieben, doch die Beziehung zerbrach, da Misato erkannt hatte, dass sie dieser ihrem Vater zu ähnlich war. Als Mitglied von NERV wollte sie vor allem eines erreichen: Rache an den Engeln ausüben, welche sie so sehr hasst.
Sie scheint im Laufe der Zeit auch besondere mütterliche Gefühle für Shinji zu entwickeln, um den sie sich stets sehr sorgt. 

Oh ich merke, ich schreibe gerade viel zu lange Beschreibungen zu den Figuren, aber ich wollte damit zu verdeutlichen wie tiefgründig diese gemacht worden sind. Nicht nur, dass man durch den Anime einen wunderbaren Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt bekommt, sondern ebenso ihre Hintergrundgeschichten sowie Motivationen nachvollziehen kann, als wären sie tatsächlich echte Menschen. Sie haben alle ihre Stärken und Schwächen, Fehler, die sie begangen und bereut haben, das macht sie wirklich sehr menschlich und habe sehr oft mit ihnen gefühlt. So sind sie auf ihre Art und Weise einzigartig und können nicht durch irgendwelche oberflächliche Charaktere ersetzt werden.




Setting (Zeichenstil & Animationen):
An sich ist das Setting natürlich nicht vergleichbar mit heutigen Maßstäben, allein schon weil die Anime-Serie natürlich viele Jahre auf den Buckel hat, aber auch wenn ich gestehen muss, dass ich besonders viel Wert auf gutes Setting und Zeichenstil lege, konnte mich Evangelion überzeugen. Vielleicht weil gerade dieses etwas ältere Setting etwas Anziehendes und Originelles ausstrahlt und seinen Reiz hat.
Die Hintergründe wurden jetzt nicht unbedingt zu detailliert gezeichnet, sondern wirkten etwas unscharf, was für mich jetzt nicht unbedingt negativ war. Die Figuren wurden grafisch markant und einprägsam umgesetzt, jeder war unverwechselbar, was man bei heutigen Animes ja nicht unbedingt immer sagen kann. Besonders gut kamen vor allem die Emotionen der Figuren rüber, auch wenn die Gesichtszüge natürlich nicht immer perfekt und schön aussahen. Besonders die Verzweiflung und der Schmerz bei Shinji wurde gut vermittelt. Die Kämpfe an sich fand ich sehr spektakulär in Szene gesetzt, sie zeichneten sich teilweise auch durch brutale Gewalt und Blut aus, welche ja gerade diese Grausamkeit von diesen verbildlichen sollten. Diese Kampfszenen waren immer sehr interessant und abwechslungsreich gemacht.
Mir ist aufgefallen, dass auch teilweise bewusst Standbilder verwendet worden, um den Moment besser einzufangen und praktisch das Gefühl zu geben, als ob die Zeit still stehen würde. Ich erinnere mich besonders an die Szene in der 24. Episode, als Shinji Kawaro mit seinem Eva tötet, da dieser Moment etwas sehr Zwiespältiges hatte, da Shinji ihn einerseits nicht töten wollte, da er sich mit ihm angefreundet hatte und andererseits musste er es tun, weil es seine Pflicht war.


Musik:
Das Opening muss wirklich gelobt werden, es ist sehr einprägsam und kann schnell zu einem echten Ohrwurm werden, es ist eines der wenigen, welches ich mir immer anhören musste.
Dagegen gefiel mir das Ending persönlich nicht so sehr, weswegen dieses eher geskipped wurde. Es passte sicherlich gut als Ending, da es ruhig und entspannend war, aber vielleicht hat es mich gerade deswegen nicht so gefesselt. Ansonsten ist mir die Musik eigentlich immer positiv aufgefallen. Sobald ein Engel in Sicht war änderte sich immer grundsätzlich die Stimmung aufgrund der Musik, die immer wieder bei weiteren Engeln eingespielt wurde. Diese erhöhte die Spannung bezüglich der bevorstehenden Konfrontation zwischen Engel und EVAs. Sie hat immer gut zur jeweiligen Situation gepasst und diese besonders schön unterstrichen. Auch durch das bewusste Fehlen der Musik wurde wiederum eine ganz andere Atmosphäre geschaffen und hat einem das Gefühl von Leere vermittelt.
Loben muss ich außerdem die Synchronsprecher, die mit ihren emotionalen Stimmen den Figuren noch viel mehr Leben einhauchen konnten und somit auch zu einer emotionalen Stimmung beitragen konnten. Besonders die Synchronsprecherin zu Shinji hat besonders gute Arbeit geleistet; und die Schreie von ihr waren auf jeden Fall sehr eindrucksvoll.


Vergnügen:
Wie bereits schon deutlich wurde, hat mir der Anime subjektiv ebenso sehr gut gefallen. Ich bin zwar normalerweise kein wirklicher Fan von dem Mecha-Genre und habe dementsprechend auch noch nicht wirklich viele Animes dazu gesehen (wenn ich ehrlich bin ist NGE vielleicht mein 3.?), aber da ich wusste, dass NGE einfach zu den Anime-Klassikern gehört, musste ich ihn einfach schauen. Aber ich habe schon vor einigen Jahren als kleiner Teenie den Anime angefangen, zusammen mit einer Freundin, die ebenso Fan davon ist. Daher ist einiges dann doch noch hängen geblieben und kam mir bekannt vor. Die neuen RoE-Filme habe ich übrigens sogar vor dem Anime geschaut, vielleicht werde ich sie auch noch einmal schauen, aber erstmal sind die älteren Filme dran, die ja irgendwie eine Fortsetzung von dem Anime darstellen, wenn ich micht nicht vertan habe.
Jedenfalls komme ich noch einmal zurück zu dem Anime. Er hat mir sehr gut gefallen und hat mich von der ersten Folge an erstaunlich gut gefesselt, trotz des etwas älteren Animationsstil. Komischerweise hat mich dieser aber keineswegs gestört, ich habe ihn sogar ziemlich gemocht. Womöglich liegt es daran, weil mich diese Serie an die guten alten Anime-Zeiten erinnert und nostalgisch gemacht hat. Ich schwelge ja so gern in der Vergangenheit. *schwärm* Besonders überzeugen konnte mich der Anime ja hinsichtlich der tollen Charakterausarbeitung und den jeweiligen Konflikten, die die Figuren mit sich rumgetragen haben. Diese emotionalen Momente haben mich immer zutiefst berührt und mich gar auch zum Weinen gebracht. Ich konnte mich emotional sehr gut mit den Figuren irgendwie identifizieren und habe mit ihnen gelitten. Es hat mir wirklich immer wieder weh getan, wenn jemand von den Figuren in irgendeiner Weise, physisch oder psychisch, verletzt war. Auch die Spannung und Action konnte mich gut überzeugen, das waren dann immer die Momente, wo man vollkommen abschalten und die Kämpfe genießen konnte und diese gab es auch sehr oft. Mir hat es gefallen, wie jeder Engel irgendwie anders gestaltet wurde und andere Fähigkeiten hat; mal unterlagen die Feinde mal unsere geliebten EVAs, an Spannung wurde hier nicht gespart. Und auch die etwas philosophisch-angehauchten Szenen haben mich etwas in Wehmut getrieben und mich nachdenklich gemacht. Von daher würde ich sagen, dass mir der Anime sowohl auf emotionaler als auch auf spannungs-technischer Ebene sehr gut überzeugen konnte!


Fazit:
Diesen Anime muss man einfach gesehen haben, denn nicht umsonst hat dieser für jede Menge Diskussionen gesorgt, die sogar noch bis heute anhalten. Dieser Anime bietet vielleicht nicht unbedingt absolut Neues oder Originelles, aber die Mischung der verschiedenen Genres und die Umsetzung des Plotes sind einfach überwältigend gemacht! Man könnte in der Hinsicht also wirklich von einem richtigen Meisterwerk reden, der eben weitere Werke fundamental beeinflusst hat. Die Story ist komplex, die Figuren sind tiefgründig, es mangelt nicht an Action sowie Spannung und philosophische wie auch psychologische Komponente sind ebenso vertreten. Was will man bitte mehr? ;) 

Kommentare:

  1. NGE ist ein Meisterwerk, da kann man dir wohl kaum widersprechen ^^ Es ist gute 15 jahre(!!!) das ich die Serie das erste mal gesehen hatte, und es öffnete mir sozusagen die Welt der Anime und Manga, und bewies das Anime mehr sein kann als gute Action oder nackte Haut. Es war damals auch eine riesenfreude mit der Internet Community über JEDEN PLOTTPUNKT der Serie zu debattieren, damals gab es ja kaum zugängliche animes (auch nicht im damaligen Internet) und so gab es ganze Forenthread um z.b. Die Frage wer Kaji erschoss XD

    Ich mag übrigens aber die letzten beiden Folgen sehr, ich glaube weil sie einen ZWINGT über alles etwas nachzudenken, es stört mich manchmal wenn ein anime mir überdeutlich seine message vermittelt, so als wäre man zu dumm sich selbst etwas zusammenzureimen. Bei den Synchronsprechern haste du aber jetzt nicht gesagt welche, denn der Anime ist der einzige den ich komplett(!) mal in allen drei Sprachen gesehen/gehört habe: In japanisch schreien sie am besten, in english klingt es cool und auch deutsch hat seine Vorteile, ich konnte jeder Synhro etwas abgewinnen.

    Nur der manga is scheiße, meine persönliche Ansicht XD Tolle Review

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  2. Es ist schön jemanden zu treffen, der NGE schon so lange kennt und dem Anime so lange treu geblieben ist. :) Ja ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass der Anime früher echt revolutionär war und wie eine Bombe eingeschlagen ist, kein Wunder, wenn man auch Jahrzehnte später noch wild darüber diskutieren wird. Und der Anime bietet auch wirklich viel Stoff zum diskutieren, war sicherlich sehr spassig. :D

    Zu den letzten zwei Episoden gibt es ja nach wie vor geteilte Meinungen und ich kann deine Position auch nachvollziehen. Ich persönlich bin auch ein Fan von Animes, die einem Interpretationsspielraum lassen und einem wie du so schön sagst, nicht die Botschaft rein drücken müssen. Das zeigt halt auch, dass Animes eben auch anspruchsvoll sein können, wenn sie einen zum Nachdenken anregen können, was ich bei vielen Animes vermisse.
    Und ich habe mir den Anime auf japanisch mit englischen Untertiteln angeschaut und fand die Schreie auch am besten. xD

    Den Manga habe ich noch nicht gelesen, vielleicht werd ich das in Zukunft irgendwann mal nachholen, aber danke für deine Meinung. ^^

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