Sonntag, 22. November 2015

Gelesen: Bakuman.


Ich möchte heute einen Manga besprechen, den ich vor einigen Monaten gelesen habe und bei dem ich bisher nicht in Erwägung gezogen habe, ihn zu rezensieren. Warum? Ich weiß nicht, weswegen ich mich davor gedrückt habe. Vielleicht weil der Manga schon ziemlich lang ist und da so viel dazu kommen würde, was man diskutieren könnte. Der Aufwand war mir bisher etwas zu krass. Trotzdem finde ich, dass ich unbedingt auch mal meine Meinung zu dem Manga preis geben will, vor allem weil er gerne gehyped wird.

Wundert euch aber nicht, wenn mein Statement dazu etwas kurz geraten ist, wie gesagt, es ist schon länger her, seit dem ich den Manga gelesen habe und da kann man unmöglich alle Aspekte berücksichtigen. Mal schauen wie viel bei mir hängen geblieben ist...


Handlung:



Worum geht es eigentlich? Ganz banal gesagt handelt der Manga von anfangs noch zwei jungen Burschen namens Mashiro und Takagi, die eigentlich ein normales Schulleben führen. Mashiro setzt sich mit dem Erbe seines verstorbenen Onkels auseinander, der Mangaka gewesen ist, der aber nicht so wirklich den Erfolg hatte, den er wartete. Es ist Takagi, der Mashiro das Angebot macht, zusammen als Mangaka-Duo zu debütieren. Mashiro nimmt sich seiner an, und will tatsächlich Mangaka werden. Er ist außerdem heimlich in die schöne Miho verliebt und lustigerweise ist sie es auch. Dennoch kommen die beiden nicht zusammen. Sie stellen sich gegenseitig die Bedingung: Schafft Mashiro eine Manga mit Anime-Umsetzung zu kreieren, bei der Miho eine Synchronsprecherrolle erhält, werden die beiden heiraten.

Bis dahin dürfen sich die beiden nicht treffen. Das spornt Mashiro natürlich an. So haben beide einen steinigen Weg vor sich, bei dem sie sich erst mal Schritt für Schritt in dieser Arbeitswelt zurecht finden müssen. Sie versuchen fortan einen tollen Manga, nach dem nächsten zu erschaffen. Takagi ist für die Story verantwortlich als kluger Kopf. Während Mashiro sich der Zeichnungen widmet. Das Endziel ist wie gesagt die Anime-Umsetzung, die sich als wirklich schwer zu erreichen offenbart. Das wäre grob gesagt der Plot der ganzen Handlung, natürlich gibt es noch sehr viel mehr zur Story zu sagen. Ich versuche mal auf einige wichtige Dinge einzugehen, an die ich mich noch erinnern kann.

Manga über Manga


Zunächst einmal finde ich die Idee einen Manga über „Manga“ zu zeichnen schon mal ziemlich großartig. Das hat etwas von „Inception“ wenn ihr mich fragt. Nein ehrlich, ich finde die Idee richtig gut und bisher wurde sie meiner Ansicht nach noch nicht so oft ausgeschöpft. Sicherlich gab es einige andere Beispiele, bei denen die Idee ebenfalls umgesetzt wurde, aber niemals in der Bandbreite. Bisher ist mir noch kein Manga unter gekommen, der sich wirklich glaubwürdig und so intensiv mit diesem Thema auseinander setzt. Das fängt schon bei den ersten Schritten an: Die beiden müssen erst mal mit einer guten Idee ankommen. Diese Idee muss umsetzbar sein, darf nicht zu kompliziert sein, vor allem die Handlung muss sich den Bildern gut fügen können. Das ist insofern schwierig, weil Takagi dazu tendiert, anspruchsvolle Geschichten zu schreiben, die durchaus gut sind, aber nicht immer für einen Manga geeignet sind. Dann muss Mashiro natürlich die passenden Charakterdesigns anfertigen, muss sich die Geschichten in Bildern vorstellen und dann auch übertragen können.

Das wäre grob gesagt die Essenz der Arbeit, aber natürlich teilt das sich alles noch mal in hundert kleinere Schritte ein, auf die der Manga ganz gut eingeht. Es wird genau darauf eingegangen, wie die beiden Inspiration und Ideen finden. Wie sie sie Bezug zu anderen älteren, bekannten und guten Werken nehmen, miteinander vergleichen und heraus finden, was einen Manga spannend und toll macht. Ich fand es toll, dass der Manga zwar textlastig war, aber auch nicht zu sehr. Ich sehe darin den Pluspunkt, weil man direkt am Entstehungsprozess beteiligt war. Man konnte die Gedankengänge und den Prozess des Manga direkt mitverfolgen, was für mich unheimlich spannend war. Auch bemerkenswert war der Einblick ins Verlagswegen an sich und den Meetings zwischen Mangaka und Redakteur. So in etwa stelle ich mir auch die wirklichen Besprechungen vor. Der Manga schafft es insofern einfach eine realistische Atmosphäre zu schaffen, die Dialoge wirken glaubwürdig und selten mal richtig überzogen. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel erzählen, das ist auch nicht Sinn des Artikels.

Nachdem die Idee des Manga steht, die ersten Zeichnungen angefertigt sind, geht es direkt an den Verlag und einem Redakteur, der das Ganze bewertet. Von seiner Meinung hängt so ziemlich alles ab. Findet er es schlecht, muss alles bearbeitet, im schlimmsten Falle verworfen werden. Doch wie es der Zufall will, sieht der Redakteur das große Potenzial, was in dem Duo steckt. So kommt es also zur ersten Förderung der beiden und schließlich zum Debüt. Da scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Aber damit wäre nur eine wichtige Hürde überwunden.

Herausforderungen


Glaubt nicht, dass alles von da an ein Zuckerschlecken ist. Wenn man es erstmal in ein Magazin geschafft hat, darf man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Der Manga muss seine Existenzberechtigung erkämpfen. Er muss den Erwartungen der Leser entsprechen, muss mit Abwechslung und tollen Ideen sich übertrumpfen und möglichst auch konkurrenzfähig sein. Denn läuft der Manga doch eher schlechter als geplant, kann er auch mal schnell wieder raus fliegen, was den Protagonisten glücklicherweise erspart bleibt. Obwohl die beiden sich stetig weiter entwickeln, auch relativ bald Assistenten bekommen, werden sie immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Diese Herausforderungen waren anfangs noch ziemlich abwechslungsreich. Zum einen bestand ein Problem darin, dass der gemeinsame Manga nicht wirklich so viel Potenzial für eine Fortsetzung hatte. Manchmal waren beide nicht mehr ganz mit ihrem Werk zufrieden. An anderer Stelle war der Manga nicht fähig, andere Konkurrenten zu schlagen, was meiner Ansicht nach einer der Hauptaspekte in der Geschichte war. Eigentlich ging es die gesamte Zeit nur darum, sich die Konkurrenz anzuschauen, zu vergleichen und zu überlegen, wie sie es besser machen könnten. Da gab es dieses eine Genie Eiji, der mit Leichtigkeit mehrere geniale Manga zeichnen konnte. Er wurde auf einen Podest gestellt und war zusammen mit dem Anime eines der Hauptziele überhaupt. Er wurde zum großen Konkurrent, aber auch Freund und erschien für beide anfangs noch unerreichbar. Die Figur an sich fand ich schrullig und nicht so glaubwürdig. Sicherlich, es gibt Genies auf der Welt, aber so wie er dargestellt wurde, fand ich es fast schon zu übertrieben konstruiert, damit man den krassen Gegensatz zwischen Eiji und den Protagonisten spürt.


Jedenfalls war der Aspekt des Konkurrenzdenken für mich eher durchwachsen. Positiv fand ich, wie es dargestellt wurde. Ich fand es gut, wie Mashiro und Takagi eben nicht total deprimiert waren, weil Eiji um Längen besser war. Sie nahmen ihn selbst als Inspiration war, um daraus Kraft für die eigentliche Entwicklung zu schöpfen. Eine Sache, die ich richtig gut fand, war eben die künstlerische Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Nachdem sie relativ bald ihr Debüt gemacht haben, war ihre Lern-Entwicklungskurve Höhen und Tiefen ausgesetzt. Nach jedem Höhepunkt folgte gleich eine Niederlage oder irgendetwas, was die beiden betrübte. So konnte man am Manga gut eine Achterbahn der Gefühle miterleben, vor allem, weil deren Reaktionen und Gefühlsausbrüche einen direkt mitnahmen. Kurz gesagt, man konnte sich mit denen ganz gut identifizieren. In Bezug auf die Entwicklung der beiden Hauptfiguren muss ich sagen, dass es an vielen Stellen sehr dramatisch dargestellt wurde. Die Karriere und der Wille der beiden wurde öfter mal auf die Probe gestellt. Ob nun dadurch, dass sie sich zwischen Schule und Mangaka-Dasein entscheiden. Oder ihre Gesundheit aufs Spiel setzten. Von den beiden wurden viele wichtige Entscheidungen verlangt, die sie fällen mussten und die für mehr Spannung und Dramatik sorgten. Man wird als Leser da auch gefesselt.

Es war spannend zu sehen, mit welchen Ideen und Gedankenansätzen sie kommen würden und wie sie vor allem gedankliche und künstlerische Wettkämpfe veranstalteten, war mal etwas erfrischendes. Was ich jedoch auch negativ sehe, dass es im Endeffekt sich wiederholte. Nach jedem Erfolg kam dann immer irgendwie so eine Sache, dass X und Y immer noch so viel besser ist als die beiden oder mit einer neuen tollen Idee daher kommt, die die beiden nieder schmettert. Ich weiß nicht, ich hatte beim Lesen ab der Hälfte einen Punkt erreicht, wo ich mir dachte, dass es langweilig wurde, weil sich vieles wiederholte. Da ging es in der Geschichte um die Platzierungen bei irgendwelchen Umfragen. Die Lesermeinung hat halt eben viel Einfluss darauf, ob ein Manga erfolgreich ist oder nicht.

Insofern haben die Figuren immer versucht etwas zu schaffen, was die Erwartungen der Leser erfüllt. Aber in einigen Kapiteln ging es nur noch um diese komischen Umfragen und um die Frage, welchen Platz man selbst und die anderen hatte. Es wurde nur noch darüber diskutiert und nicht mehr um das Eigentliche. Wie ein Manga gemacht und verbessert wird, das Inhaltliche war nicht mehr wichtig, sondern nur das Ergebnis. An dieser Stelle hatte ich fast den Manga aufgegeben, zumindest pausiert. Bis ich dann einige Wochen oder Monate (?) den Manga zur Hand nahm und ihm eine 2. Chance gegeben hatte. Glücklicherweise habe ich ihn nicht aufgegeben.

Die Sucht nach dem Sieg


Was mich aber wie gesagt auch nervte war, dass es im Endeffekt nicht mehr darum ging, einfach an sich einen guten Manga zu erschaffen, sondern nur, um eine gewisse Platzierung zu erhalten oder X und Y zu schlagen. Das erinnert ganz stark an diverse Shonen-Manga. Aber man kann glaube ich niemanden einfach mal einmal schlagen und sagen, dass man besser ist. Es ist ein Prozess, bei dem man sich weiter entwickelt und ständig messen muss, aber so wurde es nicht dargestellt.

In diesem Zusammenhang kritisiere ich an dem Manga, dass sich viele Episoden trotz Unterschiede inhaltlich doch ziemlich wiederholten. Es gab halt immer das Schema: Wir müssen den oder den besiegen. Wie machen wir das? Überlegen wir uns doch einen tollen Manga, am besten der nicht Mainstream ist. Schauen wir, wie der sich schlägt. Entweder kommt es zur Niederlage oder zum Erfolg. Wenn sich letzteres einstellt, wird dieser geschmälert, weil wieder ein neuer Konkurrent auftaucht oder eben der große Eiji eine neue tolle Idee hat. So finden wir immer diesen Schlagabtausch, der sich irgendwann auch mal abnutzt. Durch diese Wiederholungen zieht sich halt der Manga ganz schön.

Auf der anderen Seite fand ich gut, dass man doch auch abwechslungsreiche Konkurrenten einfügte. Ich erinnere mich an einen Typen, den ich überhaupt nicht mochte. Der hat immer falsche Spiele gespielt und tat trotzdem so, als wäre er ein Engel. Ich fand beide Ideen, die er umsetzte diskutabel, aber interessant. Bei der ersten holte er sich andere Leute ins Boot, mit denen er zusammen die Geschichte konstruierte. An sich eigentlich nicht so schlimm, man kann gerne Ideen mit anderen austauschen, aber dann sollte man sie nicht für seine eigenen ausgeben oder dafür sorgen, dass die anderen auch belohnt werden. 

Die zweite Idee basierte auf seiner ersten. Er hatte dazu gelernt, indem er sich ein geschicktes eigenes System baute, bei dem Lektoren und Redakteure überflüssig wurden. Mit Geld konnte man sich eben die Leute erkaufen. Er hatte sich erfahrene Schreiberlinge gesucht, die die Ideen erschufen und bewerten und holte sich auch Mangaka, die diese umsetzen sollten. Dann noch paar Leute gesucht, die die Manga lesen und ihre Urteile geben sollten. Damit war ein perfektes System für erfolgreiche Manga geschaffen. Ideen, die meiner Ansicht nach schon sehr originell sind und vor allem auch die Monotonie des Manga stellenweise auflockerte.

Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten?


Auch etwas unschön, aber verständlich fand ich die Tatsache, dass man Mashiro und Takagi nur beim Arbeiten gesehen hatte. Ich weiß, dass Mangaka wirklich sehr viel Zeit mit ihren Werken verbringen, aber etwas frische Luft kriegen sie doch auch oder?
Ich denke mir so, wenn sie es bis zur Deadline geschafft haben, können sie auch mal kurz entspannen. Tatsächlich passiert dies aber eher selten, wo ich mir denke, leben die nur für die Arbeit? Wie gesagt, es wird ja immer behauptet, dass Mangaka gar kein Leben neben der Arbeit haben, aber man hätte doch wenigstens ein paar kleine Episoden einbauen können. Nicht viele, das ist mir schon klar. Aber so haben die beiden geschuftet wie verrückt und selbst nachdem sie ein Kapitel abgeschlossen hatte, machten sie sich an das nächste ran. Ist das realistisch frage ich mich? Ich denke, darüber wird es viel Diskussion geben.

Ich fand jedenfalls gut, dass es eine Stelle in dem Manga gab, bei der sich die beiden ernsthaft fragten, ob das Leben was sie führen, sie glücklich macht. Das war nachdem sie sich mit alten Schulkameraden getroffen hatten, die im Gegensatz zu ihnen ein „normales“ Leben führen. Sie reflektieren darüber, inwiefern sie Verluste einstecken mussten und was sie davon hielten. Im Endeffek kamen sie zum Schluss, dass sie nix bereuen. Auch wieder etwas, was einen zum Nachdenken anregt.

Beide Hauptfiguren waren mir schon ziemlich sympathisch, weil sie nicht platt dimensional wirkten, sondern wirklich verschiedene Facetten zeigten, durch die sie plastischer wurden. Takagi ist eben der vernünftige von den Beiden, er erscheint sehr klug, raffiniert und ist der Denker bei den beiden. Mashiro dagegen ist eher jemand, der sich durch Durchhaltevermögen und Empathie auszeichnet. Für mich war er derjenige, der sich leicht mireißen ließ und ein kleiner Träumer war. Okay, man kann die beiden in gewisse Kategorien stecken, aber das war nur die Kurzfassung meiner Meinung zu den beiden. Ihre Zusammenarbeit war geprägt von einer tiefen, engen Freundschaft. Man merkt einfach, dass die beiden ein so eingespieltes Team sind. Mit jeder Herausforderung wächst nicht nur ihr Können, sondern auch ihre Bindung. Zwischenzeitlich gibt es natürlich einige Probleme, die die beiden auseinander bringen könnten. Doch sie halten fest zusammen, was an mehrmals im Manga betont wird.

Die Liebe



Was für mich aber noch ein ganz großer Kritikpunkt ist, ist die Beziehung zwischen Miho und Mashiro. Ich bin ja ganz ehrlich vieles gewöhnt, was überzeichnete und unrealistische Liebesgeschichten betrifft (siehe Shojo-Manga!), aber das übertrifft meiner Ansicht nach alles. Wo fange ich am besten an? Erstmal wie die beiden überhaupt Gefühle füreinander entwickeln konnten. Angeblich sind die beiden schon sehr viele Jahre heimlich ineinander verliebt. Dennoch haben die beiden bisher kaum ein Wort gesprochen. Wer nennt bitte so etwas Liebe? Will man den anderen nicht näher kennen lernen, wenn man wirklich verliebt ist? Nein, die beiden nicht. Denen reicht es, wenn sie sich schön aus der Ferne gegenseitig anschmachten. Interaktion wird bei den beiden aufs Minimalste reduziert.

Das allein finde ich ja nicht mal so schlimm, aber ich finde einfach die ganze Basis der Liebesgeschichte lächerlich und eher aus einem Hollywood-Streifen entnommen. Nicht nur lieben die sich, obwohl sie sich kaum kennen. Nein, dann stellen sie noch diese absurde, ja vielleicht total romantische Bedingung, dass die beiden heiraten, wenn der Manga Mashiros einen Anime erhält und sie in diesem eine Figur sprechen darf. Tut mir leid, wenn ich nicht mehr wirklich objektiv bleiben kann, aber das ist schon mal extrem überzogen. Wenn sie sich wirklich lieben, warum nicht gleich zusammen kommen. Wieso muss es so extrem gemacht werden. Ja ich höre schon Gegenstimmen, die sagen, ach, so wird es eben romantischer, außerdem würde die Story nicht anders funktionieren und was weiß ich. Das mag stimmen, aber ändert nichts daran, dass die Prämisse einfach idiotisch ist.


Aber das Schlimmste ist daran, dass die beiden nicht mal in den vielen Jahren bis zum Ziel Kontakt haben. Ich weiß nicht mehr, ob das so vereinbart war als Bedingung oder sich ergeben hatte. Aber jemanden zu heiraten, den man kaum kennt und mit dem man viele Jahre kaum Kontakt hat. Wie dämlich ist das bitte? Gut, man kann einwenden, dass sie ab und zu mal miteinander schreiben oder telefonieren, aber warum nicht wenigstens mal ab und zu Treffen? Ja natürlich haben beide viel Stress, besonders Mashiro, aber er hat doch auch Zeit dafür mit seinen Freunden ab und zu reden, da kann Miho doch auch mal vorbei kommen. Aber nein, das passiert nicht, außer in Notfällen. Das ist Liebe in ihrer reinsten Form! So unschuldig und idealisiert, wie sie hier dargestellt ist, kommt sie wirklich kaum vor, nicht einmal in Shojos! Da haben die Figuren wenigstens bisschen mehr Kontakt.

Dem gegenüber haben wir die Ehe zwischen Takagi und seiner Kaya. Obwohl man zwischen den beiden auch mal romantische Szenen sieht und sie wenigstens regelmäßig Kontakt haben, wird auf die beiden eigentlich so gut wie gar nicht eingegangen. Ganz nebenbei heiraten die beiden und führen ein ziemlich langweiliges Eheleben, weil Takagi seine Frau vernachlässigt. Ganz toll. Ich hätte mir in der Richtung etwas mehr Einblicke gewünscht, aber die Story fokussiert sich eben auf so viele ganz andere Dinge, dass es nicht machbar wird.

Zu viele Figuren

Auch eine Sache, die ich persönlich weniger gelungen fand. Man kann davon halten, was man will. Es gibt einfach viel zu viele Nebenfiguren in dem Manga, die man zwar charakterlich und vom Aussehen her ganz gut auseinander halten, die mich aber persönlich nicht wirklich interessiert haben. Da der Manga aber meine Meinung nicht teilt, werden neben der Hauptstory noch tausend andere kleinere Episoden und Handlungsstränge entfaltet, wodurch man erst Recht den roten Faden verliert. Diese habe ich dann gekonnt übersprungen. Wenn sich ein Manga eben so einen großen Charakter-Cast zulegt, will er natürlich auch auf alle Figuren eingehen. Auch ein Grund, weswegen der Manga in die Länge gezogen wirkt. Da werden so viele „Filler“ eingefügt, dass alles irgendwie chaotisch aussieht. Mir hat es ja nicht so gefallen und zu den Figuren habe ich auch keine Bindung aufgebaut.



Zeichenstil:

Nun komme ich zum letzten Aspekt, der Optik des Manga, wo ich wirklich kein bisschen meckern möchte im Gegensatz zur Story. Wir wissen alle, dass der Mangaka hinter diesem Werk einfach großartige Leistung vollbringt. Ich finde eigentlich alles toll, was gezeigt wird. Die Figuren sehen schön gestaltet aus, die Proportionen und Blickwinkel stimmen. Die Hintergründe und einfach alles strotzt ja nur vor Details, was dem realistischen Setting zu Gute kommt. Die Gestik und Mimik stimmt in jedem Fall und jede Figur bekommt ihr individuelles Aussehen, wo von sich viele Mangaka eine Scheibe abschneiden dürfen. Ja ich lobe den Zeichenstil in den Himmel, aber das hat ja auch seine Berechtigung.



Fazit:

Für mich war der Manga auf jeden Fall eine interessante Lektüre, die mir vor allem einen tollen Einblick in den Schaffensprozess eines Manga ermöglicht hat. Es gab viele schöne Episoden, die meine Spannung fesseln konnten. Gleichermaßen gab es aber auch viele unnötige Wiederholungen, auf die ich gerne verzichtet hätte, viele Figuren und deren Leben waren für mich irrelevant und vor allem die Liebesgeschichten konnten mich gar nicht ansprechen. Dennoch bleibt der Manga für mich aufgrund seines Settings, tollen Zeichenstils, der sympathischen Hauptfiguren und dem originellen Plot mit guten Ansätzen einzigartig.

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