Montag, 30. März 2015

Review: Tokyo Ghoul Root A




Inhaltsbeschreibung:

Die zweite Staffel von Tokyo Ghoul, anscheinend soll sie eine eigene, vom Manga getrennte Story verfolgen. Sie basiert auf der ersten und wie es der Name schon sagt "√A" = root Aogiri = Wurzel Aogiri, wird es um die schon aus der ersten Staffel bekannten Aogiri Organisation gehen. (Quelle: proxer)

Meine Meinung:

Story:

Mit großen Erwartungen habe ich auf die Fortsetzung der ersten Staffel gewartet, denn wie einige von euch wissen, endete die erste Staffel mit einem ziemlich großen Twist, der hoffentlich in der zweiten Staffel noch getoppt werden kann. Ich war gespannt wie Kaneki nun mit seinem neu erwachten Ich klar werden würde, welche weiteren Entwicklungen er durchmachen wird und was uns noch alles erwartet. Dann habe ich erfahren, dass die zweite Staffel nicht dem Plot des Manga folgen wird, was für mich jetzt weniger relevant war, da ich den Manga selbst nicht verfolge. Nachdem ich nun aber die 2. Staffel gesehen habe, bin ich schon neugierig inwieweit die Story aus dem Anime sich von der des Mangas abhebt. Denn ganz ehrlich, ich war einfach von Anfang an nicht von der zweiten Staffel gepackt. Schon die erste Episode ließ in mir mehr Fragen aufkeimen, als das Antworten gegeben wurden. Aus Spoilergründen werde ich nicht wirklich auf die Story im Einzelnen eingehen, was auch gar nicht möglich ist, weil mir einfach nicht viel im Gedächtnis übrig geblieben ist und mir die Story zumindest bis zur Hälfte recht irrelevant und arm erschien. Mein größter Kritikpunkt an der ersten Hälfte der 12-teiligen Fortsetzung war, dass sie einfach nicht die Erwartungen erfüllen konnte, nachdem die 1. Staffel so grandios zu Ende gegangen ist. Man hatte Lust auf mehr und es erschien einem wie ein Auftakt zu etwas viel Größeres, was sich ja auch als richtig herausstellte. Es ist wahr, dass sich die 2. Staffel weniger auf Kaneki und auf individuelle Schicksale konzentrierte, sondern versuchte eben das große Ganze zu erfassen. Dabei stand die direkte Konfrontation in Form diverser Kämpfe zwischen Ghouls und der Sondereinheit der Menschen (ich weiß nicht wieso, aber mir entfällt immer wieder der Name und auch sonst habe ich kaum Interesse an den Leuten aus dieser Anti-Ghouls-Kampfeinheit)


Das hätte alles wahnsinnig gut klappen können, wenn man wenigstens etwas mehr Hintergrundinformationen und vor allem Erklärungen (!) gebracht hätte. Es reihten sich einfach Unmengen an fast sinnlosen Kämpfen, die einen kaum berührten oder wirklich Spannung erzeugten, aneinander, sodass man mehr gelangweilt war als dass sich Unterhaltung breit machte. Es ging so weit, dass ich fast überlegt hatte, die Serie erst mal auf Eis zu legen und später weiter zu schauen, dann aber am Stück. Nur habe ich leider die Gewohnheit solche Serien nach fertiger Ausstrahlung nicht mehr aufzunehmen, warum auch immer. Ich verliere dann die Interesse sobald ich mich dazu entschließe, eine Serie nicht wöchentlich zu verfolgen, was auch darauf hinweist, dass sie in meinen Augen nicht mehr so spannend ist, dass ich sie sofort schauen muss.. Jedenfalls habe ich mich doch dagegen entschieden und weiß nicht ob ich es bereuen soll oder nicht. Ich will damit aber nur verdeutlichen, dass die Serie die meiste Zeit über mäßig bis gar keine Unterhaltung für mich bereit hielt aus Gründen der Story- und Erklärungsarmut und weil einfach das Emotionale und auch eine Identifikationsfigur einfach fehlte. In der ersten Staffel verfolgen wir noch Kaneki, wie er mit seinem Schicksalsschlag fertig werden, gehen Höhen und Tiefen mit ihm, bis er am Ende eine Metamorphose innerlich wie äußerlich durchmacht. Das hätte man so schön in der 2. Staffel beleuchten können, aber nein, was macht man damit eine Serie enttäuschend wird? Man lässt den Helden so gut wie gar nicht vorkommen und wenn er mal auftaucht, dann nur ganz kurz und möglichst so, dass man erst gar keine Beziehung zu ihm aufbaut. What the hell?! 


Es ist wirklich wahr, dass er vor allem die ersten Episoden bis zur Hälfte kaum vorkommt und man einfach nicht aus ihm schlau wird. Warum macht er dies und jenes? Wieso hat er sich so entschieden und nicht anders? Und welche Rolle spielt er im weiteren Verlauf? Warum wechselt er die Fronten, was bezweckt er damit? Und selbst als wir irgendwann doch mal die Erklärung dafür erhalten, ist diese nicht mal sonderlich überraschend, was sich vielleicht etwas widerspricht. Nein eigentlich hätte man darauf kommen können und doch dachte man, es steckt viel mehr dahinter. Dennoch konnte ich es nur mäßig nachvollziehen, weswegen er seine Freunde im Stich läßt, mal ehrlich, wenn er das getan hat, um seine Freunde zu beschützen und um stärker zu werden, hätte er nicht einfach bleiben und trainieren können? Oder agierte er wie eine Art Spion? Was genau hat er überhaupt bei den anderen gemacht. Wie kam es dazu, dass die ihn aufgenommen hatten? Und was halten die davon, dass er einfach so abhaut und wieder mit den Anteiku Leuten abhängt? Ist das nicht Verrat? Mal ernsthaft, ich fand dass einfach zu wenig erklärt wurde und man vermuten muss, dass sich vieles einfach Off-Screen abgespielt hat, oder ich habe gepennt, weil es mir irgendwann zu langweilig wurde.

Normalerweise finde ich es cool, wenn eine Serie voller Mysterien steckt, aber das Mysterium war für mich nicht nachvollziehbar, nicht gewollt und hätte nicht sein müssen. Ehrlich da hätte ich lieber ein paar mehr Einblicke in das Inneres des Protagonisten gehabt, das wäre befriedigender gewesen, als sich auf andere Figuren zu fokussieren, die mich kaum interessieren. So die Leute von der Anti-Ghoul-Kampforganisation (ich umschreibe die mal so und bin zu faul nachzusehen, wie die wirklich heißen – steinigt mich!), deren Leben man dem Zuschauer näher bringen wollte. Allen voran Akira, die Tochter des verstorbenen Mado, die wieder typisch stereotyp eiskalte Braut ist. Die Beziehung zwischen ihr und Amon ist naja weniger prickelnd und wirkte auf mich eher gezwungen, um extra viel Dramatik am Ende raus zuholen. Auch wenn man mal versucht hat die menschliche Perspektive bei dem Anime zu beleuchten, sind mir die Leute nicht unbedingt sympathischer, eigentlich sind sie mir herzlich egal. Für mich wäre es interessanter gewesen mal auf Kaneki einzugehen, aber nein das soll ja nicht sein.


Zu den Kämpfen an sich hatte ich ja bereits etwas gesagt, die waren für mich bis zur Hälfte des Anime einfach zu random und wirkten auf mich wie: „Ach wir haben keine Ahnung, was wir mit der Story anfangen, hauptsache wir packen mal coole Fights ein, die das wieder ausgleichen!“ Falsch gedacht! Wären die wenigstens ansatzweise cool animiert und inszeniert gewesen, hätte es vielleicht geklappt. Und hätten sie wenigstens eine Funktion gemacht, aber das hatten sie in meinen Augen kaum.

So jetzt habe ich wirklich viel Kritik abgelassen, nun fragt ihr euch, weswegen ich mir die Serie weiterhin angetan habe. Zum einen, weil ich ja von der ersten Staffel begeistert war und daher die 2. Staffel nicht einfach aufgeben wollte. Zum anderen, weil es aber der zweiten Hälfte merklich besser wurde. Wie gesagt wurde Kaneki mehr ins Licht gerückt, was die ganze Zeit nicht getan wurde. Endlich konnte man wieder ihm näher kommen und ihn verstehen. Zum anderen wurde meiner Ansicht nach endlich die Story weiter voran getrieben, indem nun auch die Leute von Anteiku einbezogen wurden. Nebenfiguren, die man bisher kaum beachtet hatte, kamen ins Spiel und man erfuhr auch ein klein wenig etwas über ihre Vorgeschichte. Das ging vielleicht etwa 2 Episoden lang aber war okay. Was für mich ein großer Pluspunkt, dass der große Showdown nun auch mit der Story zusammenhing und das machte die große Schlacht am Ende auch spannend. Nicht nur kam auch mal die emotionale Komponente rein, weil die Anteiku Menschen verteidigen mussten, sondern sich eben ihren Schicksal stellten. Ich fand es dabei interessant, dass man die Ghouls eben weder verdammte noch als heilige ansah, nur weil sie jetzt mit den Menschen friedlich koexistieren. Gerade die Nebenfiguren, die immer so freundlich aussahen, hatten ihre dunklen Seiten und auch Zeiten und das kam endlich zum Vorschein. Sie haben ihre Sünden nicht einfach so ausgeglichen indem sie ein nettes Cafe betreiben usw. Sie sind sich ihrer schlimmen Taten bewusst und wollen sündigen. Gutes Konzept, nur frage ich mich, weswegen sie dann dennoch gegen die Menschen ankämpfen, weil das ja dann doch Widerstand ist. Okay es wäre komisch gewesen, wenn sie sich gestellt hätten und langweilig dazu. Sicherlich haben sie auch ein Fünkchen Stolz in sich und kämpfen um ihr Überleben, aber indem sie eben für das kämpfen, was sie aufgebaut haben, haben sie eben doch noch was Gutes getan auch wenn sie dabei viele Menschen getötet haben...naja.


Weiterhin cool fand ich, dass man endlich auch die Vorgeschichte des Besitzers des Anteiku erfuhr und das war für mich schon eine ziemliche Überraschung. Ich fand es rührend vor allem wie es irgendwie auch mit Kaneki zusammen hing und wie sich am Ende der Kreis geschlossen hatte. Besonders in der letzten Schlacht als die Leute von Anteiku gegen die Menschen kämpften, war ich wirklich gepackt und emotional sehr aufgewühlt. Es gab diese eine Stelle, an der sich der Besitzer an seine Schützlinge erinnert und wie er sie überredet hat, gemeinsam ein neues Leben zu starten. Mann da habe ich geweint und war wirklich sehr berührt. Das war wirklich dramatisch inszeniert und nicht mal übertrieben oder gezwungen. Was ich dann wiederum aber komisch fand war, dass man eigentlich fast umsonst getrauert hatte bzw. liegt es in den Sternen ob die Leute überlebt haben oder nicht – Großes Fragezeichen??? Das ist wiederum eine Sache, die für mich bedeutet, dass irgendwo noch viele Fragen am Ende der 2. Staffel offen sind und man bekommt ein Deja-Vu-Erlebnis. Genau wie die erste Staffel endet die zweite mit einem großen Twist und mann jetzt will ich unbedingt die dritte Staffel sehen! Es bleibt eine Menge offen und das Aufeinandertreffen zwischen Kaneki und dem anderen Weißhaarigen bleibt spannend und lässt viele Spekulationen offen. Cool fand ich auch die Sache mit den zwei Eulen...Aber dazu möchte ich nicht viel verraten, jedenfalls war das auch ein netter Twist. Was wird aus Kaneki? Wie sieht es mit den guten und den schlechten Ghouls aus? Ich finde ja, dass man auf die „bösen“ Ghouls bisher weniger eingegangen ist und verdammt ich weiß noch immer nicht, was das mit Rize ist. Habe ich das schon wieder verpasst? Das Ende hat wie gesagt viel Potenzial für eine dritte Staffel gezeigt, die bestimmt kommen wird, früher oder später. Ich denke mal, dass ich auf jeden Fall reinschauen werde.


Optik und Musik:

Also der Zeichenstil blieb auf dem gleichen Niveau wie in der ersten Staffel und nach wie vor sieht er in meinen Augen gut bis sehr gut aus. Die Qualität der Animationen hatte ihre Höhen und Tiefen. Besonders einige Animationen aus der ersten Hälfte während der Kämpfe sahen schrecklich aus, wodurch einfach keine gute Unterhaltung optisch geboten wurde. Wie sollte sonst Unterhaltung entstehen, wenn man nichts anderes sieht als Leute die kämpfen, aber die Kämpfe einfach nicht mitreißend genug sind? Ich glaube da sind wir alle einer Meinung. In der zweiten Hälfte besserte sich das merklich. Vom musikalischen Aspekt muss ich sagen, dass mir das Opening gar nicht gefallen hat auch so im Kontrast zum Opening der ersten Staffel. Nicht nur hat man sich nicht viel einfallen lassen bei der optischen Untermalung des Openings, es war einfach auch meiner Ansicht nach langweilig und zu ruhig. Das Ending fand ich dann schon besser, auch wenn es nicht großartig war. Die Synchronsprecher haben mal wieder gute Arbeit geleistet, da kann ich wie immer nicht meckern. Ansonsten ist mir die Hintergrundmusik nicht wirklich aufgefallen.


Fazit: Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte, vielen unnötigen Fragen, sowie unspektakulären Kämpfen und einer eher lauen Story, bessert sich die zweite Staffel von Tokyo Ghoul zunehmend und das Ende ist mal wieder schön packend, twistreich und macht Lust auf mehr. Trotzdem erreicht die zweite Staffel eben aufgrund der schlechten Halbzeit meiner Ansicht nicht das Potenzial der ersten Staffel. 

Kommentare:

  1. Okay, erstmal - guter Sarkasmus im Text, ich musste bei einigen Aussagen echt schmunzeln :P
    Zum anderen, soweit ich gehört habe (von einem Freund, bin mir nicht sicher, ob es stimmt), soll die in Root A gezeigte Story ja auch nicht im Manga vorkommen, sondern war von Anfang an dazu gedacht, zum einen näher zu beleuchten, wie Kaneki zu Aogiri ging (okay, das haben sie wirklich nicht gut hinbekommen), zum anderen sollten die anderen Personen mal endlich ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Insofern finde ich es auch nicht sonderlich schlimm, wenn Kaneki nicht sonderlich oft gezeigt wird. Ich fand es sogar ganz nett, dass mal andere Personen im Rampenlicht stehen, insb. die Leute der CCG, da man in der ersten Staffel - von Amon mal abgesehen - von denen nichts erfahren hat und sie die "einfach dahingestellten" Antagonisten waren. Gerade die Story von Juuzo, der ja schon ziemlich abgedreht ist, hat mich ziemlich interessiert (auch wenn leider noch nicht so viel über ihn ausgepackt wurde, wie ich hoffte...). Außerdem fand ich viele der zugegebenermaßen ziemlich aufgedrückten, emotionalen Szenen gar nicht mal all zu schlecht, bspw. als Kaneki den Verwundeten zu CCG bringt, oder als er Amon mehrfach anbietet, mit den Kämpfen aufzuhören. Wirklich nervig fand ich an der gesamten Staffel eigentlich nur, dass das Verhältnis von Kaneki und Touka immer wieder angerissen wurde - nur damit Kaneki dann absolut sinnlos abhaut, ohne dass man wirklich versteht, warum. Zudem muss ich dabei, dass die Motive von Kaneki, nach Aogiri zu gehen, ziemlich lahm und offensichtlich waren, zustimmen. Aber alles in allem fand ich persönlich die Staffel bislang nicht allzu schlecht :)

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    1. Vielen dank, ich wollte das wenigstens mal bei Anime machen, die in meinen Augen doch eher nicht meinen Erwartungen entsprochen haben. Auch wenn der Anime an sich nicht richtig schlecht war. ^^

      Ja das weiß ich auch, dass die Story im Manga gar nicht zu finden ist, wobei ich mich echt frage, warum es nicht übernommen wurden. Klar ganz gut, dass man mal eine alternative Story hat, aber wenn man das macht, dann bitte richtig. Da hätte man sich vielleicht an den Manga halten sollen, auch wenn ich nicht weiß, wie gut die Story dort ist.

      Ich weiß was du meinst, aber ich finde, man kann sowohl die Nebenfiguren beleuchten, muss aber nicht auf den Protagonisten verzichten und das war leider der Fall. Er kam einfach viel zu kurz und wenn er erschien, wurde nicht sonderlich viel erklärt. Aber es stimmt, dass es abwechslungsreich war, auch mal aus den Augen der anderen alles zu erfahren. Es gab sicherlich gute Momente im Anime, das will ich auch gar nicht abstreiten, aber diese waren eindeutig in der Unterzahl und machten die erste schlechtere Hälfte nicht besser. Gut dass du das mit Touka und Kaneki erwähnst, ich fand auch, dass es nichts Halbes und nichts Ganzes war.

      Danke für deine Antwort und für deine Erklärungen, einiges kann ich unterschreiben, aber vielleicht war ich auch einfach nur zu geblendet von der ersten Staffel und hatte die 2. immer damit verglichen, weswegen die Enttäuschung doch recht groß war.

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  2. Gut, vielleicht ist es schon "zu lange her" (obwohl es gar nicht mal so lange her ist xD), sodass ich bereits die schlechten Szenen "verdrängt" habe^^. Nur eine Nachfrage noch (vielleicht liest du ja den Manga und weißt das):

    Wird das Verhältnis von Touka und Kaneki jemals besser und kehrt Kaneki jemals zurück? Es ist schon ziemlich frustrierend, dass er dem, was er beschützen will, einfach fern bleibt. Dann muss doch irgendwie der Sinn des ganzen abhanden gehen, wenn man etwas beschützt, was ohnehin niemals in Reichweite gehen wird. Außerdem ist das in Bezug auf Touka besonders ätzend, weil ich mir vorstellen kann, dass der Mangaka diese halb-kaputte Beziehung einfach durchzieht (was an sich ja eine vernünftige Message wäre, mich aber richtig nerven würde).

    Noch viele Grüße^^ oh, und ganbatte kudasai!

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    1. Das könnte möglich sein. ^^

      Also da muss ich dich leider enttäuschen, den Manga lese ich leider nicht, aber ich habe es in Zukunft vor, schon allein weil ich wissen, will, wie es nach der ersten Staffel hätte weitergehen können. ;)

      Liebe Grüße zurück und danke dir :)

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