Sonntag, 9. Februar 2014

Review: Genshiken



Ich wollte den Anime schon seit längerer Zeit mal anschauen, da er DER Anime für alle Otakus ist und nun habe ich es auch endlich geschafft...


Story: 

Die Serie handelt vom Hochschulclub „Genshiken“, einem Club für Otakus, und vom Leben seiner Mitglieder. Genshiken steht als Abkürzung für Gesellschaft zur Erforschung der modernen visuellen Kultur. Mitglieder des Clubs sind anfangs Kanji Sasahara, Makoto Kōsaka, Harunobu Madarame, Sōichirō Tanaka, Mitsunori Kugayama, Kanako Ōno und der stille, verschwiegene Präsident, der schon seit der Gründung des Clubs 1987 dabei ist. Saki Kasukabe, Makotos Freundin, ist wegen ihres Freundes häufig im Club, teilt seine Vorliebe für Mangas, Animes und Games jedoch nicht und will ihn davon abbringen. Die Mitglieder von Genshiken verbringen den Alltag als Otakus mit Videospielen und Animes, fahren gemeinsam zu Conventions, müssen sich mit Neuzugängen herumärgern und sind von der Schließung ihres Clubs bedroht.

Die kurze Handlungszusammenfassung beinhaltet grob das, worin es in diesem Anime geht, nämlich schlichtweg um den Alltag und den Sorgen von Otakus, die einen eigenen Animeclub betreiben. Für mich war die Idee eines Otakuclubs insofern auch schon in der Realität interessant und ich hatte mich schon immer danach gesehnt, einen eigenen Animefanclub zu gründen, was jedoch immer wieder scheiterte. Umso erfreulicher finde ich es, dass ein Anime dieses Konzept eines Otakuclubs aufnimmt und es auf eine unterhaltsame Art und Weise verarbeitet. An und für sich gibt es wie gesagt nicht wirklich eine lineare Handlung oder ein wirkliches großes Ziel, was verfolgt wird.



Die Geschichte teilt sich wie alle anderen Slice-of-Life-Animes in mehrere Episoden ein, die mehr oder minder miteinander zusammen hängen. Das Schöne dabei ist, dass wir den Charakteren bei Hobbys und Aktivitäten zuschauen können, denen so gut wie alle Otakus auch in der Realität nachgehen. Sprich sich gemeinsam Animes anschauen und anschließend über diverse Details diskutieren, Mangaläden besuchen und dort rum schmöckern, zusammen Games zocken und auf Conventions gehen usw. Ich denke da findet sich jeder Otaku wider und wird auch Freude haben, Charakteren in Anime dabei zu zu sehen, wie sie ihren Otaku-Alltag verbringen. Aber nicht nur was die Tätigkeiten betrifft, konnte ich mich mit der Handung verbinden, besonders auch wegen der Verhaltensweisen der Figuren, die teilweise zwar etwas überzogen, aber lustig anzuschauen waren. So werden zwar teilweise Klischees bedient, dass Otakus sich in Bezug auf soziale Kontakte sehr viel Gedanken darüber machen, was für einen Eindruck sie auf anderen hinterlassen, aber das hängt dann wohl eher an dem introvertierten Charakter zusammen, die einige Otakus haben (aber natürlich nicht alle, um sie zu verallgemeinern). Aber dass Otakus Eigenbrödler und Einzelgänger sind, dürfte allein schon an dem Fakt, dass diese sich in Gruppen zusammen finden und gemeinsam auf Conventions gehen, widerlegt werden, denn Otakus können sehr wohl sozial sein und sich innerhalb von Gruppen Gleichgesinnter wohl fühlen. 


Besonders amüsant zu beobachten war ja, dass es die eine Saki Kusakabe eben als einzige kein Animefan war, sogar strikt dagegen war, was natürlich zu ziemlichen Reibereien innerhalb der Gruppe führte. Denn gerade das Aufeinandertreffen von zwei unterschiedlichen Welten und Gegensätzen verursacht großartige Komik. Ich mochte ingesamt die ganz natürlich wirkenden Interaktionen zwischen den einzelnen Mitgliedern, die nicht zu übertrieben wirkten, sondern überaus glaubwürdig. Auch wenn die Gespräche ziemlich banal klangen, mochte ich sie gerade deswegen. 
Cool fand ich übrigens, dass es auch einen Anime im Anime gab, der zwar niedlich aussah, aber für mich nicht halb so interessant war.



Charaktere:

Für mich wirkten die Figuren im Allgemeinen nicht so ganz übertrieben wie in anderen Animes, sondern überaus natürlich, wodurch einige Figuren wohl eher blass wurden. Besonders Kusakabe habe ich ins Herz geschlossen, obwohl sie eigentlich so gar nicht in die Gruppe passt, da sie kein Otaku war. Sie entspricht für mich keinem wirklichen Stereotyp, sie ist selbstbewusst, aufbrausend, hat trotzdem manchmal eine recht gelassene , kühle Art und kann dann wieder im nächsten Moment komplett ausflippen und Schläge austeilen. Und im Übrigen fand bei ihr auch eine kleine Charakterentwicklung statt. Zunächst lehnte sie alles was mit Animes und Mangas zutun hatte ab und versuchte mit allen Mitteln, ihren Freund, selbst ein Otaku, davon abzubringen, doch zunehmend lernt sie einen toleranteren Umgang zu dieser Subkultur zu pflegen und freundet sich auch ein wenig mit den anderen Clubmitgliedern an. Mein persönlicher Höhepunkt war, als sie sich nun endlich überwunden hatte, selbst mal in aller Öffentlichkeit zu cosplayen.

Weiterhin mochte ich auch Madarame, der in seinem Verhalten wohl der krasseste Otaku war, einerseits reserviert und dann wieder reserviert tat und manchmal seine 5 Minuten hatte, ziemlich verrückter Chaot. 
Was ich auch an den Figuren mochte, ist, dass jede wohl ihre eigene Stärke und Leidenschaft in den Club einbrachte. So haben wir Tanaka der liebend gern Kostüme erstellt, Ono seine Kostüme gerne zur Schau stellt und cosplayt und dann noch Kugayama, der zwar sehr still ist und ständig stottert, aber dessen Stärke im Zeichnen von Mangas liegt.




Zeichenstil:

Für mich zwar der Zeichenstil ziemlich gewöhnungsbedürftig teilweise, der hatte seine Ecken und Kanten, aber bewies auch Wiederkennungswert. Das Charakterdesign war schlicht, aber nett, sodass jede Figur ihren individuellen Wert hatte.

Musik:

Während mir die Hintergrundmusik nicht sonderlich auffiel, was man sowohl negativ als auch positiv deuten könnte, mochte ich besonders gern das Opening und das Ending, die einen schönen Kontrast bildeten. Das Opening strahlte vor Enthusiasmus und verbreitete bei mir gute Laune, während das Ending sehr beruhigend und teilweise einen traurigen Eindruck hinterließ. An der Arbeit der Synchronsprecher habe ich nichts Böses anzumerken, wie immer zeigen sie gute Leistung. Schön war auch, dass jede Figur ihre wirklich einzigartige Stimme hatte und das habe ich nicht in jedem Anime, bei denen ich die Stimmen immer nie wirklich unterscheiden kann.



Unterhaltungsfaktor:

Wie bereits erwähnt konnte mich der Anime aufgrund seiner Thematik Alltag eines Otakuclubs fesseln und auch wunderbar aufgrund der sympathischen Figuren und den lustigen Interaktionen unterhalten. Ich finde, der Anime bietet wirklich einen guten, realistischen Einblick in den Alltag von Otakus ohne wertend zu wirken oder etwas übertrieben darzustellen. Ich wünschte, es gäbe noch mehr Animes wie diesen!

Fazit: Ein unterhaltsamer Anime über Otakus für Otakus und somit Pflichtprogramm für jeden Animeliebhaber. ;)

Kommentare:

  1. Ich habe eigentlich schon einiges über diesen Anime gehört ... verdammt, warum habe ich ihn noch nicht gesehen? Dennoch ein sehr nettes Review, werd ich irgendwann mal reinschauen :3

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    1. Ich weiß es auch nicht, aber mir ging es auch so wie dir. xD Vielen Dank und ich würde mich freuen, wenn du dir diesen Anime mal anschauen würdest. :3

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  2. Ich mochte den Anime innerhalb des Animes, DER wurde sogar dann mal neu aufgelegt, die 3 kleinen OVA's fand ich aber ganz ulkig, vor allem die Pilz-Süchtige XD

    Der Anime selber war ja, angenehm gediegen, es gab vieles wo man sich dann doch unbewusst selbst erkannte, doch auch realistische und glaubwürdige Handlungen, vor allem die beziehung des Pärchens war angenehm seicht und nicht über-melodramatisch. Ein schöner Bericht, und ein unetrhaltsames Werk über uns :3

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